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Karpaltunnelsyndrom bei Büroarbeit –Belastungen durch Tastatur und Maus

Karpaltunnelsyndrom bei Büroarbeit –Belastungen durch Tastatur und Maus

Längere Büroarbeit kann Beschwerden im Handgelenk begünstigen, ist aber selten alleinige Ursache eines Karpaltunnelsyndroms. Entscheidend sind Haltung, Dauerbelastung und individuelle körperliche Voraussetzungen.

Warum Büroarbeit häufig mit Handbeschwerden verbunden ist

Das Karpaltunnelsyndrom (KTS) wird oft mit körperlich schweren Berufen in Verbindung gebracht. Gleichzeitig berichten immer mehr Menschen mit überwiegend sitzender Tätigkeit über Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Schmerzen in den Händen.

Das liegt nicht daran, dass Tastatur oder Maus „per se“ schädlich wären.
Vielmehr wirken bei Büroarbeit mehrere Faktoren zusammen: lange Haltepositionen, wenig Positionswechsel, monotone Bewegungen und eine oft ungünstige Hand- und Armhaltung über viele Stunden hinweg.

Büroarbeit ist damit keine klassische Überlastung, sondern eine dauerhafte, niedrigschwellige Belastung.

Was beim Karpaltunnelsyndrom im Handgelenk passiert

Im Zentrum steht der Karpaltunnel, ein anatomisch enger Raum im Handgelenk, durch den der Nervus medianus verläuft. Schon geringe Veränderungen – etwa durch erhöhte Gewebespannung, leichte Schwellungen oder ungünstige Gelenkstellungen – können den Druck auf den Nerv erhöhen.

Typisch sind Missempfindungen in Daumen, Zeige-, Mittel- und teilweise im Ringfinger, ein nächtliches Einschlafen der Hand sowie Schmerzen im Bereich des Handgelenks, die gelegentlich in Unterarm oder Schulter ausstrahlen. Mit zunehmender Dauer kann auch die Kraft beim Greifen nachlassen. Diese Entwicklung verläuft meist schleichend und wird deshalb oft erst spät eingeordnet.

Büroarbeitsplatz mit Tastatur und Maus, Hände in typischer Arbeitsposition am Computer

Schreiben, Klicken, Halten: warum Büroarbeit belastend sein kann

Bei der Arbeit am Computer sind die Hände selten entspannt.
Typisch sind:

  • dauerhaft leicht gebeugte oder gestreckte Handgelenke
  • fehlende Auflage der Unterarme
  • statisches Halten der Maus
  • kaum Bewegungspausen

Diese Faktoren erhöhen nicht plötzlich den Druck im Karpaltunnel, sondern halten ihn über lange Zeit leicht erhöht. Genau das ist problematisch, denn Nerven reagieren empfindlich auf Dauerbelastung, nicht nur auf hohe Spitzen.

Das erklärt, warum sich Beschwerden oft erst nach Monaten oder Jahren entwickeln.

Ergonomie am Arbeitsplatz: sinnvoll, aber mit Grenzen

Ergonomische Anpassungen können die Belastung reduzieren und sind deshalb sinnvoll. Dazu zählen eine passende Höhe von Tastatur und Maus, eine neutrale Handgelenksstellung und regelmäßige Positionswechsel.

Wichtig ist jedoch die Einordnung: Ergonomie verbessert die Bedingungen, sie verändert jedoch nicht die anatomische Enge im Karpaltunnel. Besteht bereits ein relevanter Nervendruck, ersetzt sie keine medizinische Abklärung.

Pausen und Bewegung: kleine Änderungen mit Wirkung

Regelmäßige Positionswechsel sind entscheidend.
Kurze Unterbrechungen alle 30–60 Minuten helfen, die Gewebespannung zu senken und die Durchblutung zu verbessern.

Einfach, aber wirksam:

  • Hände ausschütteln
  • Finger und Handgelenke locker bewegen
  • Haltung bewusst verändern

Gezielte Dehnübungen können angenehm sein, sollten aber nicht als „Therapie“ missverstanden werden.

 Dr. Georg Bézard

Wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist

Wenn Beschwerden nachts auftreten, Taubheitsgefühle anhalten oder die Handkraft nachlässt, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen – unabhängig davon, wie gut der Arbeitsplatz eingerichtet ist.

Früh erkannt, lässt sich ein Karpaltunnelsyndrom häufig zunächst konservativ behandeln. Bei länger bestehendem Nervendruck sinken diese Chancen.

Fazit: Gesunde Hände sind kein Zufall, sondern Ergebnis von Be- und Entlastung

Büroarbeit verursacht nicht „automatisch“ ein Karpaltunnelsyndrom.
Sie kann jedoch bestehende anatomische oder individuelle Risikofaktoren verstärken.

Entscheidend ist nicht die einzelne Tätigkeit, sondern die Kombination aus Dauer, Haltung und fehlender Entlastung. Mit der richtigen Ausstattung, bewussten Pausen und kleinen Routinen können Sie Ihre Hände effektiv schützen. Ergonomie beginnt nicht erst beim Schmerz, sondern bei der täglichen Entscheidung, achtsam mit Ihrem Körper umzugehen.

Hier finden Sie weitere Informationen: https://www.youtube.com/watch?v=aYYqAGy5A9k

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