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Offene oder endoskopische Karpaltunnel-OP – Unterschiede und Entscheidungshilfe

Offene oder endoskopische Karpaltunnel-OP – Unterschiede und Entscheidungshilfe

Vergleich der offenen und endoskopischen Karpaltunnel-Operation mit Fokus auf Unterschiede und Heilungsverlauf.)

Das Karpaltunnelsyndrom entsteht durch einen erhöhten Druck auf den Nervus medianus (Medianusnerv) im Bereich des Handgelenks. Typische Beschwerden sind nächtliche Schmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle in den Fingern sowie ein zunehmender Kraftverlust der Hand.
Bleiben diese Symptome über längere Zeit bestehen oder verschlechtern sich, kann es zu einer dauerhaften Schädigung des Nervs kommen.

Wenn konservative Maßnahmen wie Schienen, Medikamente oder Injektionen keine ausreichende Besserung bringen, ist eine operative Entlastung des Nervs häufig sinnvoll.
Dabei stehen zwei etablierte Verfahren zur Verfügung: die offene und die endoskopische Karpaltunnel-Operation.

Wann ist eine Karpaltunnel-Operation sinnvoll?

Eine Operation wird in der Regel empfohlen, wenn anhaltende Schmerzen oder Taubheitsgefühle bestehen, es zu Kraftverlust oder Muskelschwund kommt, konservative Therapien keine Wirkung zeigen und eine Nervenschädigung droht oder bereits vorliegt.

Ziel der Karpaltunnel-Operation

Unabhängig von der gewählten Technik ist das operative Ziel bei beiden Verfahren identisch: Durch das Durchtrennen des quer verlaufenden Bandes über dem Karpaltunnel wird der Druck im Tunnel reduziert und der Medianusnerv entlastet.  So wird eine weitere Verschlechterung der Nervenfunktion verhindert.

Unterschiede ergeben sich nicht im Prinzip des Eingriffs, sondern im operativen Zugang und im frühen Heilungsverlauf.

Offene oder endoskopische Karpaltunnelsyndrom-OP

Ablauf der offenen Karpaltunnel-Operation

Bei der offenen Karpaltunnel-Operation erfolgt ein Schnitt in der Handinnenfläche. Das betroffene Band wird direkt dargestellt und unter freier Sicht durchtrennt. Dieses Verfahren gilt seit Jahrzehnten als bewährter Standard.

Vorteile der offenen Methode:

  • direkter Überblick über alle anatomischen Strukturen
  • bewährtes Standardverfahren mit langer klinischer Erfahrung
  • gut geeignet bei anatomischen Besonderheiten oder Voroperationen

Der größte Vorteil liegt in der Übersichtlichkeit des Eingriffs, was in komplexeren Situationen zusätzliche Sicherheit bieten kann.

Mögliche Nachteile:

  • größerer Hautschnitt
  • längere Wundheilung in der frühen Phase
  • Narbenempfindlichkeit oder sogenannter Pillar Pain möglich

Diese Beschwerden sind meist vorübergehend, können den Heilungsverlauf aber verlängern.

Ablauf der endoskopischen Karpaltunnel-Operation

Bei der endoskopischen Methode wird über einen kleinen Schnitt am Handgelenk ein Endoskop eingeführt. Mithilfe der Kamera wird das Band von innen dargestellt und unter Sicht durchtrennt. Der Eingriff erfolgt minimalinvasiv.

Vorteile der endoskopischen Methode:

  • kleinere Hautschnitte
  • häufig weniger Narbenschmerzen
  • oft schnellere Belastbarkeit in den ersten Wochen

Gerade in der frühen Phase nach der Operation kann dies für viele Betroffene einen spürbaren Unterschied machen.

Grenzen und Risiken:

  • technisch anspruchsvoller Eingriff
  • stark abhängig von der Erfahrung des Operateurs
  • nicht in jeder anatomischen Situation sinnvoll

Offene und endoskopische Karpaltunnel-OP im Vergleich

Langfristig zeigen beide Verfahren vergleichbare Ergebnisse. Unterschiede betreffen vorwiegend die frühe Phase nach der Operation:

  • Endoskopisch operierte Patientinnen und Patienten sind oft früher belastbar
  • Bei der offenen Methode kann es anfänglich häufiger zu Narbenbeschwerden kommen
  • Das Endergebnis hinsichtlich Schmerzfreiheit und Nervenfunktion ist ähnlich

Die Wahl der Methode beeinflusst also eher den Weg der Erholung als das langfristige Ergebnis.

Was sagt die Studienlage?

Studien zeigen, dass sich offene und endoskopische Karpaltunnel-Operationen langfristig kaum unterscheiden. Für die endoskopische Methode werden teilweise Vorteile in der frühen Erholungsphase beschrieben, etwa eine schnellere Rückkehr zur Arbeit. Die Komplikationsraten sind bei korrekter Durchführung vergleichbar. Entscheidend bleiben die richtige Indikation und die operative Erfahrung.

Heilungsverlauf und Nachsorge

  • Nach beiden Operationsverfahren ist in den ersten Tagen eine Schonung der Hand sinnvoll.
  • Gleichzeitig sollten die Finger frühzeitig vorsichtig bewegt werden, um Steifigkeit zu vermeiden.
  • Die Fäden werden in der Regel nach etwa zehn bis vierzehn Tagen entfernt.

Die vollständige Wiederherstellung von Kraft und Empfindung kann mehrere Wochen bis Monate dauern, insbesondere wenn der Nerv bereits länger unter Druck stand.

Welche Karpaltunnel-OP ist die richtige?

Welche Operationsmethode im individuellen Fall sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen der Schweregrad des Karpaltunnelsyndroms, die berufliche und alltägliche Belastung der Hand, anatomische Gegebenheiten sowie die Erfahrung des behandelnden Arztes.
Eine ausführliche Beratung durch den behandelnden Handchirurgen ist entscheidend, um die individuell passende Methode zu finden.

 

In diesen Blogartikeln finden Sie weiterführendes Wissen über Kartpaltunnel-OPs: Karpaltunnel-Operation: Risiken, Nebenwirkungen und mögliche Komplikationen und Operation beim Karpaltunnelsyndrom:  Ablauf, Nachsorge und Erholungsphase sowie in diesem Beitrag Grundlagen zu Ursachen, Symptomen und Diagnose

 

 

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