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Karpaltunnelsyndrom: Diagnose und Untersuchungsmethoden einfach erklärt

Karpaltunnelsyndrom: Diagnose und Untersuchungsmethoden einfach erklärt
OA Dr. Georg C. Bézard

OA Dr. Georg C. Bézard

Oberarzt für Orthopädie, Traumatologie und Unfallchirurgie · seit 18 Jahren spezialisiert auf minimalinvasive Techniken beim Karpaltunnelsyndrom – endoskopisch und ultraschallgezielt ohne Hautschnitt · Wien & Tulln

Wie wird ein Karpaltunnelsyndrom eigentlich festgestellt? Dieser Beitrag erklärt verständlich, welche Beschwerden typisch sind, welche klinischen Tests bei der Untersuchung eingesetzt werden und wann ergänzende Untersuchungen wie die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit oder ein Ultraschall sinnvoll sein können. So erhalten Betroffene einen klaren Überblick über den diagnostischen Weg.

Die Diagnose eines Karpaltunnelsyndroms stützt sich auf typische Beschwerden, gezielte körperliche Tests und ergänzende apparative Untersuchungen.
Ziel ist es, den Druck auf den Nervus medianus möglichst zuverlässig zu erkennen und andere Ursachen mit ähnlichen Symptomen auszuschließen.

Das Wichtigste in Kürze

• Am Anfang stehen immer das ärztliche Gespräch und die körperliche Untersuchung.
• Erfragt wird, seit wann die Beschwerden bestehen, wann sie auftreten und welche Finger betroffen sind.
• Gezielte Tests prüfen, ob das Beschwerdebild zum Versorgungsgebiet des Mittelnervs passt.
• Apparative Untersuchungen sichern die Diagnose ab und grenzen andere Ursachen aus.

Wie wird ein Karpaltunnelsyndrom diagnostiziert?

Zu Beginn stehen immer das ärztliche Gespräch und die Untersuchung.
Dabei wird erfragt, seit wann die Beschwerden bestehen, in welchen Situationen sie auftreten und welche Finger betroffen sind. Anschließend folgen einfache (klinische) Tests am Handgelenk:

  • Phalen-Test – Beugung des Handgelenks
    Beim Phalen-Test wird das Handgelenk für bis zu 60 Sekunden stark gebeugt oder überstreckt. Treten dabei Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Schmerzen in Daumen, Zeige-, Mittel- oder Ringfinger auf, gilt der Test als positiv.

  • Tinel-Zeichen – Reizung des Nervs durch Beklopfen
    Beim Tinel-Test wird das Handgelenk im Bereich des Karpaltunnels leicht beklopft. Kommt es dabei zu einem elektrisierenden Gefühl oder Kribbeln in den versorgten Fingern, spricht dies für eine Reizung des Nervus medianus.

  • Karpalkompressionstest (Durkan-Test) – Druck auf den Nerv
    Beim Durkan-Test wird für kurze Zeit gezielter Druck auf den Karpaltunnel ausgeübt. Verstärken sich dabei die typischen Missempfindungen, kann dies ebenfalls auf ein Karpaltunnelsyndrom hindeuten.

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Ergänzende, apparative Untersuchungen

Wenn die klinischen Tests und Beschwerden nicht eindeutig sind oder zur Einschätzung des Schweregrades, können apparative Untersuchungen eingesetzt werden. Dazu zählen:

  • die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (ENG),
  • sowie in bestimmten Fällen eine hochauflösende Ultraschalluntersuchung.

Diese Verfahren dienen der Bestätigung der Diagnose und der Therapieplanung, werden aber nicht in jedem Fall benötigt. 
 

Symptome, die Betroffene selbst feststellen können

Viele Betroffene erkennen ein Karpaltunnelsyndrom zunächst an typischen Beschwerden im Alltag.
Diese – wie nächtliches Kribbeln, Taubheit in Daumen und Zeigefinger, Einschlafen der Hand – sind im Beitrag Karpaltunnelsyndrom erkennen ausführlich beschrieben.

 

Hinweis zur Selbstbeobachtung

Die beschriebenen Tests und Symptome können Anhaltspunkte für ein Karpaltunnelsyndrom liefern. Sie ersetzen jedoch keine ärztliche Diagnose. Insbesondere bei zunehmender Taubheit, Kraftverlust oder dauerhaften Beschwerden sollte eine fachliche Abklärung erfolgen.

Weiterführende Informationen finden Sie in den beiden Beiträgen Karpaltunnelsyndrom erkennen sowie Offene oder endoskopische Karpaltunnel-OP.

Sie möchten Ihre Symptome fachärztlich begutachten lassen? Hier finden Sie alles über unsere Praxis in Wien und die Terminvergabe.

Dr. Bézard erklärt es im Video

Karpaltunnelsyndrom erkennen: Selbsttests, Untersuchungen und VerwechslungenOA Dr. Georg C. Bézard zeigt, woran sich ein Karpaltunnelsyndrom erkennen lässt, welche Selbsttests etwas taugen und mit welchen Erkrankungen es am häufigsten verwechselt wird.

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