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Karpaltunnelsyndrom erkennen – Ursachen, Symptome und Diagnose

Karpaltunnelsyndrom erkennen – Ursachen, Symptome und Diagnose

Kribbeln, Taubheit oder Schmerzen in der Hand werden häufig zunächst unterschätzt. Das Karpaltunnelsyndrom ist jedoch eine der häufigsten Ursachen für solche Beschwerden.
Dieser Beitrag erklärt, woran Sie ein Karpaltunnelsyndrom erkennen können, welche Ursachen infrage kommen und wie die Diagnose gestellt wird.

Was ist das Karpaltunnelsyndrom?

Das Karpaltunnelsyndrom ist die häufigste Form einer Nervenengpass-Erkrankung an der Hand. Es entsteht, wenn der Nervus medianus im Bereich des Handgelenks unter Druck gerät.

Der Nerv verläuft durch den sogenannten Karpaltunnel, einen anatomisch engen Kanal, der von den Handwurzelknochen und einem kräftigen Band gebildet wird. In diesem Raum liegen neben dem Nerv auch mehrere Beugesehnen.

Steigt der Druck im Karpaltunnel, wird die Funktion des Nervs beeinträchtigt. Typisch sind Missempfindungen und Schmerzen in den vom Medianusnerv versorgten Fingern.

Wichtig:
Der kleine Finger bleibt in der Regel beschwerdefrei. Dies ist ein entscheidender diagnostischer Hinweis.

Beim Karpaltunnelsyndrom handelt es sich um eine mechanische Einengung des Nervs, nicht um eine allgemeine „Entzündung der Hand“.

 

Wie häufig tritt das Karpaltunnelsyndrom auf?

Das Karpaltunnelsyndrom gehört zu den häufigsten Engpasssyndromen des peripheren Nervensystems. Etwa drei bis sechs Prozent der Erwachsenen sind betroffen.

Am häufigsten tritt es zwischen dem 40. und 70. Lebensjahr auf. Grundsätzlich kann es jedoch in jedem Alter vorkommen.

Frauen erkranken deutlich häufiger – bis zu viermal öfter – als Männer. Als mögliche Gründe gelten anatomische Unterschiede sowie hormonelle Einflussfaktoren.

 

Ursachen des Karpaltunnelsyndroms

Die Ursachen sind vielfältig. In vielen Fällen kommen mehrere Faktoren zusammen.

Mögliche Auslöser oder Risikofaktoren sind:

Entscheidend ist, dass der Druck im Karpaltunnel ansteigt. Bereits geringe Volumenveränderungen können bei anatomisch engen Verhältnissen ausreichen.

 

Typische Symptome eines Karpaltunnelsyndroms

Die Beschwerden entwickeln sich häufig schleichend.

Typische Symptome eines Karpaltunnelsyndroms sind nächtliches Kribbeln in Daumen, Zeige- und Mittelfinger, „Einschlafen“ der Hand, kurzfristige Besserung durch Ausschütteln, Beschwerden bei längerem Beugen oder Strecken des Handgelenks und nachlassende Greifkraft.

Mit zunehmender Dauer können anhaltende Taubheitsgefühle auftreten. In fortgeschrittenen Stadien kann sich die Muskulatur am Daumenballen zurückbilden – ein Hinweis auf länger bestehenden Nervendruck.

Das charakteristische Merkmal bleibt: Der kleine Finger ist in der Regel nicht betroffen.

Dr. Georg Bézard

Wie wird ein Karpaltunnelsyndrom diagnostiziert?

Die Diagnose eines Karpaltunnelsyndroms basiert auf dem Zusammenspiel aus typischem Beschwerdebild, klinischer Untersuchung und – wenn erforderlich – ergänzenden apparativen Tests.

Zu Beginn der Diagnose steht das ärztliche Gespräch.
Dabei werden Beginn, Verlauf und typische Belastungssituationen erfasst.

Im Anschluss erfolgt die körperliche Untersuchung.

Beim Tinel-Zeichen wird der Karpaltunnel leicht beklopft. Löst das ein elektrisierendes Gefühl in den Fingern aus, spricht das für eine Reizung des Medianusnervs.

Beim Phalen-Test werden die Handgelenke maximal gebeugt. Treten dabei typische Missempfindungen auf, erhärtet sich der Verdacht auf ein Karpaltunnelsyndrom.

Zur Sicherung der Diagnose misst man die Nervenleitgeschwindigkeit. Ist sie verlangsamt, liegt in der Regel eine relevante Einengung des Nervs vor. Diese Untersuchung gilt als Goldstandard. Eine verlangsamte Weiterleitung weist auf eine Einengung des Nervs hin.

In ausgewählten Fällen kann eine hochauflösende Ultraschalluntersuchung ergänzend eingesetzt werden.

Da ähnliche Beschwerden auch durch Erkrankungen der Halswirbelsäule oder durch Polyneuropathien entstehen können, ist eine sorgfältige Abklärung entscheidend.

 

Karpaltunnelsyndrom frühzeitig erkennen und ärztlich abklären

Entscheidend beim Karpaltunnelsyndrom sind das Erkennen typischer Symptome UND der richtige Zeitpunkt der Abklärung.

Ein Nerv, der dauerhaft unter Druck steht, kann Schaden nehmen.

Je früher ein Karpaltunnelsyndrom diagnostiziert wird, desto besser sind die Chancen, die Nervenfunktion vollständig zu erhalten.

Eine frühzeitige Untersuchung bedeutet nicht automatisch eine Operation. Sie dient in erster Linie dazu, das Ausmaß der Nerveneinengung realistisch einzuschätzen und geeignete Maßnahmen einzuleiten.

Wer anhaltende Taubheitsgefühle, zunehmende Beschwerden oder nachlassende Handkraft bemerkt, sollte die Symptome fachlich abklären lassen.

Im nächsten Schritt stellt sich die Frage, welche Behandlungsoptionen – konservativ oder operativ – im individuellen Fall sinnvoll sind.

 

Informationen zur Praxis und zur Terminvereinbarung finden Sie hier.

 

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