Prävention

ÜBUNGEN UND PRÄVENTIONSMASSNAHMEN

Gerade in den Anfangsstadien eines Carpaltunnelsyndroms kann man sehr gut mit konservativen Methoden arbeiten. Leider erkennen viele Patienten das Problem erst in einem späteren Stadium. Bei fortgeschrittenen Symptomen, das heißt wenn sich die Symptome schon über mehrere Monate manifestiert haben, sind konservative Maßnahmen nur bedingt sinnvoll. Die Übungen die beschrieben werden sind nur dann zielführend, wenn diese wirklich täglich und über einen längeren Zeitraum (mindestens ein Monat) durchgeführt werden. Diese Kontinuität ist für viele Patienten in der Praxis schwer umsetzbar. Trotzdem sei erwähnt, dass mit vielen dieser Übungen, sofern eine konsequente Umsetzung erfolgt, eine deutliche Erleichterung und sogar eine komplette Rückbildung der Symptome erzielt werden kann.

Wichtige
Präventivmaßnahmen sind:

1.

MASSNAHME

Evaluierung der auslösenden Ursache. Das betrifft vor allem die gewohnten Tätigkeiten am Arbeitsplatz, Hobbies (Gartenarbeit) und sportlichen Tätigkeiten, die die betroffene Hand in einer monotonen Weise beanspruchen, sodass es zu einem Carpaltunnelsyndrom kommen kann. Eventuell kann durch gezielte Umstellungen der Handlungsweisen ein Rückgang der Symptomatik bewirkt werden.

2.

MASSNAHME

Bei Auftreten der Symptomatik sofortige Schonung der Hand, das heißt nicht weitermachen bis es zu einer Verschlimmerung der Beschwerden kommt und es man gar nicht aushaltet.

3.

MASSNAHME

Auch die Schlafposition kann Einfluss auf ein Carpaltunnelsyndrom haben, vor allem in der Seitenlage liegen manche Patienten in einer Stellung, in der die Hand zusätzlich im Handgelenk gebeugt wird und so
die Symptome über Nacht verstärkt werden.

4.

MASSNAHME

Bei schweren Tätigkeiten der Hand kann mit einer Handgelenksstütze das Handgelenk entlastet werden. Diese kann auch in der Nacht Erleichterung bringen.

5.

MASSNAHME

Einnahme von entzündungshemmenden
Medikamenten (NSAR) in der primären Phase, um die Reizung und Entzündung gleich im Anfangsstadium der Symptome
zu ersticken. Diese Medikamente sollten aber nicht über einen längeren Zeitraum als 1-2 Wochen eingenommen werden und Bedürfen einer ärztlichen Verordnung. Richtig eingenommen zählen sie aber zu meinen Favoriten bei der Behandlung des Carpaltunnelsyndroms bei Patienten, die keine Operation wünschen.

Übungen die zur
Verbesserung beitragen
können:

Übung 1:
Dehnung im Bereich des Handgelenkes, sowohl die Streckung als auch die Beugung mehrfach am Tag in Dehnung bringen. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass man maximal bis zur Schmerzgrenze dehnt. Lieber in kurzen Episoden langsam dehnen und dafür die Übungen wirklich über mehrere Wochen und Monate fortsetzen als eine kurze, starke schmerzhafte Dehnung, die dann schnell wieder abgebrochen wird.

Übung 2:
Streckung und Dehnung auch im Bereich des Ellbogens und des Schultergelenkes. Der Nervus medianus entspringt im Bereich des Halses und verläuft durch den
ganzen Arm. Eine Flexibilität und Mobilität im Bereich der gesamten oberen Extremität wirkt sich positiv auf das Carpaltunnelsyndrom aus.

Übung 3:
Nachtlagerungsschienen für Patienten mit Carpaltunnelsyndrom gibt es im orthopädischen Fachhandel. Diese Schienen sollen auch wirklich nur nachts getragen werden, da es beim Tragen der Schiene über 24h und dies eventuell über mehrere Wochen, zu einer Einsteifung des Handgelenkes kommen könnte.

Übung 4:
Massageübungen und Faszienmassage im Bereich des Carpaltunnels und des Unterarms: Patienten berichten von positiven Effekten bei Mobilisierung der Faszien und auch des Gewebes über dem Carpaltunnel. Diese Übungen können im Prinzip selber durchgeführt werden, jedoch empfehle ich zumindest die anfängliche Vorstellung bei einem Physiotherapeuten, der sich auf diese Techniken spezialisiert hat, um sich einschulen zu lassen.

Übung 5:
Trainieren mit Gummiball: Mit einem Trainingsgummiball, den es ebenfalls im orthopädischen Fachhandel zu kaufen gibt, kann die Fingerbinnenmuskulatur trainiert werden, wozu es auch durch ein Bewegen der dazugehörigen Beugesehnen im Carpaltunnel kommt und die Gleitfähigkeit und Durchblutung verbessert wird.

ZUSAMMENFASSEND:

All diese Übungen zielen im Wesentlichen auf eine Mobilisierung des umliegenden Gewebes und eine Durchblutungsförderung ab. Essentiell ist die konsequente Umsetzung der Übungen über einen längeren Zeitraum sowie viel, viel Geduld.

Telemedizinische Beratung

Eine zweite Meinung schadet nicht?
Holen Sie sich jetzt gleich eine Zweitmeinung per Telemedizin.

KONTAKT

OA Dr Georg C. Bézard

Arztpraxis Döbling

Döblinger Hauptstraße 16,
1190 Wien

Ordination Tulln
Hauptplatz 29 / Eingang Donaugasse 2, Top 3, 3430 Tulln

Telefon: +43 (0) 660 3737 936
E-Mail: office@drbezard.com
Internet: www.carpaltunnelsyndrom.at

Ordination nur nach Vereinbarung