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Karpaltunnelsyndrom – Lancet-Studie klärt auf: OP oder Kortison, was hilft besser?

Karpaltunnelsyndrom – Lancet-Studie klärt auf: OP oder Kortison, was hilft besser?
OA Dr. Georg C. Bézard

OA Dr. Georg C. Bézard

Oberarzt für Orthopädie, Traumatologie und Unfallchirurgie · seit 18 Jahren spezialisiert auf minimalinvasive Techniken beim Karpaltunnelsyndrom – endoskopisch und ultraschallgezielt ohne Hautschnitt · Wien & Tulln

Operation oder Kortison-Injektion – welche Behandlung hilft beim Karpaltunnelsyndrom langfristig besser? Eine aktuelle Lancet-Studie liefert dazu neue Erkenntnisse. Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Ergebnisse verständlich zusammen und zeigt, welche Vor- und Nachteile beide Therapieformen haben. So erhalten Betroffene eine wissenschaftlich fundierte Orientierung für ihre Behandlungsentscheidung.

 

Das Wichtigste in Kürze

• Eine große Studie im Lancet hat Operation und Kortisonspritze direkt verglichen.
• Untersucht wurden 934 Patientinnen und Patienten mit Karpaltunnelsyndrom.
• Ergebnis: Die Operation bietet auf Dauer die besseren Heilungschancen.
• Das Karpaltunnelsyndrom betrifft bis zu sechs Prozent der Bevölkerung, besonders Frauen und Menschen über 48.

Eine neue Studie im Lancet bringt Klarheit: Die Operation bietet auf Dauer bessere Heilungschancen als eine Kortikosteroid-Injektion. Doch was bedeutet das für Patienten und Patientinnen?

Infos zum Karpaltunnelsyndrom

Das Karpaltunnelsyndrom betrifft bis zu 6 % der Bevölkerung, besonders häufig Frauen und Menschen über 48 Jahre. Typische Symptome sind Taubheit, Kribbeln und Schmerzen in der Hand, oft nachts oder bei Belastung. Zwei gängige Behandlungsmethoden stehen zur Verfügung: die chirurgische Spaltung des Karpalbandes in einer OP und die Injektion von Kortikosteroiden mit einer Spritze. Die Frage ist, was hilft auf Dauer besser und erzielt vor allem bessere Ergebnisse?

Die Studie im Überblick

In einer groß angelegten Studie wurden 934 Patienten und Patientinnen mit Karpaltunnelsyndrom stichprobenartig ausgewählt und erhielten entweder eine Operation (Spaltung des Karpalbandes) oder eine Kortikosteroid-Injektion.

Frage: Wie viele Betroffene sind nach 18 Monaten ohne Beschwerden?

Ergebnisse der Lancet-Studie:

  • 61 % der Operierten waren nach 18 Monaten genesen
  • 45 % der Kortison-Gruppe erreichten diesen Wert
  • Die Operation führte zu
    • schnellerer Genesung
    • besserer Funktion
    • höherer Zufriedenheit
    • besserer subjektiver Wahrnehmung der Heilung

Zwischen Woche 6 und Monat 9 traten in der OP-Gruppe häufiger Schmerzen in der Handfläche auf, danach verschwanden die Unterschiede.

 

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Was heißt das für Patient:innen?

Die Studie zeigt: Auf Dauer ist die Operation wirksamer. Wer sich für eine Kortison-Injektion entscheidet, profitiert zwar oft von einer schnellen Linderung, doch das Risiko eines Rückfalls oder anhaltender Beschwerden ist höher.

Wichtig: Die Entscheidung hängt immer auch von folgenden Faktoren ab

  • berufliche Belastung der Hände
  • Schwere der Symptome
  • Wunsch nach schneller Rückkehr in den Alltag
  • Begleiterkrankungen und OP-Risiken

Fazit

Die Lancet-Studie liefert starke Evidenz für die chirurgische Behandlung des Karpaltunnelsyndroms, besonders bei ausgeprägten Beschwerden oder wiederholtem Auftreten. Dennoch bleibt die Kortikosteroid-Injektion eine sinnvolle Option für milde Fälle oder zur Überbrückung. Lassen Sie sich daher ausführlich beraten und holen Sie sich Informationen ein. Weitere Infos zur Behandlung finden Sie hier.

Hier ist der Link zur Lancet-Studie.

Dr. Bézard erklärt es im Video

Karpaltunnelsyndrom ohne Operation: Schiene, Spritze, PhysiotherapieWas bringt die Nachtschiene, was die Kortisonspritze, was die Physiotherapie? OA Dr. Georg C. Bézard ordnet die konservativen Behandlungen ein und sagt, wovon er abrät.

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